Die Idee, mit "Ecotainment" mehr Leute für eine nach- haltige Entwicklung zu begeistern, ist nicht ganz neu. Auch ich habe schon vor Jahren in "normalen" Artikeln versucht, mit Popstars für mehr Umweltschutz zu werben. Hier ist zum Beispiel der Ausschnitt aus einem Interview mit Culcha Candela, das ich im September 2004 bei www.motor.de* veröffentlicht habe.
Los geht's:
Das Tolle an Culcha Candela ist, dass sie verschiedene Einflüsse wie HipHop, Soca und Reggae zu einer eigenständigen Mixtur verbinden, die vor allem an die kubanische Rap-Crew Orishas erinnert. Allerdings rappen Culcha Candela im Gegensatz zu jenen nicht nur spanisch, sondern mehrsprachig. Diese Tatsache ist quasi selbst schon ein Statement – für mehr Toleranz – aber die sechs Sänger und ihr DJ packen auch noch Botschaften in ihre Texte.
So singen Culcha Candela z.B. im Text von ’Augen Auf’: „In diesem unseren Land kann keiner mehr was reißen./ Egal, ob die da vorne Schröder oder Stoiber heißen./[...] Macht er mit, ist er Spielball von den ganzen Lobbyisten./[...] Streich die ein Prozent der Leute, die die halbe Welt besitzen/ und du hast noch 99 auf den Rest der Scheiße sitzen“. In ’Solarenergie’ dagegen geht es zwar eher um die schöne Sommerzeit als um alternative Energiequellen. Doch auch wenn die Stellungnahme zu dem Thema nur kurz ausfällt, kommt sie trotzdem noch darin vor: „Let the good times roll/ spliffin’ Marijuan’, naturally grown/ Zur Sonnen- strahlung sag ich: Yes, und zur Atomkraft: No“.
Sänger Mr. Reedoo betont diesbezüglich, dass ihm die Ansage schon sehr am Herzen lag: „Das Stück basiert auf der doppeldeutigen Auslegung des Titels und ist eigentlich ein Sommer-Song. Ich hätte es aber nicht ertragen, bei einem Lied über Solarenergie mitzumachen und nicht ein einziges Mal dieses Thema aufzugreifen!“
Foto: David Cuenca (Sommer 2007) - aus dem Media-Bereich von
www.culcha.de
*der direkte Link:
http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/multikulti_reloaded.html
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