Projekt

    Ein hungriges Kind wühlt im Dreck. Ein Schwarze Frau grinst uns an. Werbeplakate von "Hilfsorganisationen" wie "Brot für die Welt", "Care International", "Welthungerhilfe" etc. sind im öffentlichen Raum in Deutschland omnipräsent.

    Das Projekt setzt sich mit diesen Plakaten auseinander und untersucht Strategien und Wirkungen von Spendenwerbung in der EntwicklungsZusammenarbeit. Dabei greifen die Werbeabteilungen der NROs auf historisch verfestigte Stereotype zurück und reproduzieren so koloniale und rassistische Denkmuster. Die darin verwendeten Stereotypen über Schwarze Menschen und People of Color werden verfolgt und diskutiert welches weiße Selbstbild hinter den Plakaten steht.

    Ziel ist es akademische Debatten über Postkolonialismus und Kritisches Weißsein zu erkunden und einem größeren Kreis zugänglich zu machen.

    Mehr Informationen: www.whitecharity.de

    Blog

    23.10.2008, Max Patzig, 0 Comments
    EZ=EuroZentrismus?!

    Eine Reihe kritischer Auseinandersetzungen mit EntwicklungsZusammenarbeit.

    Mit der Veranstaltungsreihe "EZ = EuroZentrismus?!" will Commit Berlin zur kritischen Auseinandersetzungen mit EntwicklungsZusammenarbeit (EZ) anregen. Anhand verschiedener Perspektiven wollen wir ein Bewusstsein für die Hintergründe, Praxen und Wahrnehmung heutiger Entwicklungszusammenarbeit erarbeiten. Unser Fokus liegt auf der Auseinandersetzung mit kolonialen Kontinuitäten in der EntwicklungsZusammenarbeit.

    [...]

    Die Veranstaltungen finden im zweiwöchigen Rhythmus im Raum 315 im Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

    22. Okt. 2008 Der Deutsche Kolonialismus – kein Sonderweg
    05. Nov. 2008 Plantation Memories – Episodes of Everyday Racism
    19. Nov. 2008 White Charity - Strategien und Wirkungen von Spendenwerbung in der EntwicklungsZusammenarbeit
    03. Dez. 2008 Kolonial-rassistische Tradition in Weißer christlicher und säkularer EntwicklungsHilfePolitik

    http://commit2partnership.ragecage.de/site/index.php?id=173&L=4


    Hilfe

    Wenn Dir gefällt was wir machen, dann trete bitte dem Projekt hier bei. Damit werden mehr Menschen auf das Projekt aufmerksam. Wenn Du konkret mithelfen möchtest, dann schreib am bersten direct Carolin (philipp_carolin@gmx.de) oder Timo (t_kiesel@yahoo.de) eine eMail.

    Blog

    23.10.2008, Max Patzig, 0 Comments
    Eingebettet in die generelle Debatte um Eigenes und Fremdes, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, soll die Diskussion um die Plakate zeigen, wie auch ein Diskurs von Weißen sozialen Organisationen Träger von diskriminierenden und einengenden Stereotypen sein kann. Während wir der Frage nachgehen, was und wer auf den Plakaten nicht gezeigt wird, kommen wir auf das Weiße Selbstbild von "Hilfsorganisationen" und deren Einfluss auf Wahrnehmungen von kolonialen und gegenwärtigen Machtverhältnissen zu sprechen.

    Interviews mit KosumentInnen der Werbung in Bahnhöfen und auf der Straße können widerspiegeln, wie die Plakate auf sie wirken und welche Assoziationen sie hervorrufen. Interviews mit ExpertInnen hingegen geben uns die Möglichkeit, die Bilder in ihrer Komplexität zu erfassen, sie in eine Geschichte von Kolonialismus und Rassismus einzubetten und damit Probleme und Gefahren ihrer Verwendung zu diskutieren.



    23.10.2008, Max Patzig, 0 Comments
    Öffentlicher Raum wird in Deutschland immer stärker von Werbung eingenommen.

    Während in kommerzieller Werbung hauptsächlich modisch gekleidete Weiße Menschen in "zivilisiertem" Umfeld dargestellt werden, sieht man auf Plakaten von "Hilfsorganisationen" meist Schwarze Menschen in ärmlichen, ländlichen Bedingungen. Die Schwarz-Weißen Darstellungen werden durch ständige Anwesenheit und Wiederholung unhinterfragt zur Realität der BetrachterInnen.

    Die Repräsentationen Schwarzer und Weißer Menschen werden in der Regel nicht von den Organisationen erfunden, sondern sind Resultate einer Geschichte von Stereotypisierungen und müssen deswegen auch im Lichte dieser Geschichte betrachtet werden. Trotzdem tragen die Organisationen Verantwortung für die Reproduktion der Bilder.

    Angeregt durch WissenschaftlerInnen der Postkolonialen Theorie und der Kritischen Weißseinsforschung setzen wir uns mit der Konstruktion der Bilder auseinander.

    Die Postkoloniale Theorie zerlegt die Baugerüste gesellschaftlicher Machtstrukturen und analysiert Brüche und Kontinuitäten kolonialer Denkmuster. Beispielsweise ist die Einteilung von Ländern in "entwickelt" und "unterentwickelt" zurückzuführen auf ein dominantes Modell von Modernisierung, indem der Maßstab der Weißen westlichen Länder als universell gültig angesehen wird.

    Die Postkoloniale Theorie richtet den Fokus auf Machtstrukturen, die sonst unsichtbar sind und hilft, Kontinuitäten in Konzepten zu erkennen. Begrifflichkeiten werden ausgetauscht, die dahinter stehende Konzepte oft nur abgewandelt: aus "zivilisieren" wird so z.B. "entwickeln". Beim Begriff "unterentwickelt" schwingen Botschaften wie Unfähigkeit, Passivität, Armut, Ursprünglichkeit und Chaos mit, ähnlich wie bei der Bezeichnung "unzivilisiert".

    Dieses Analysewerkzeug macht es uns möglich, die Plakate der "Hilfsorganisationen" in einem gesellschaftlichen Rahmen zu sehen und die Konnotationen herauszuarbeiten.

    Die Kritische Weißseinsforschung überzeugte uns davon, nicht bei der Analyse der Darstellung der Anderen stehenzubleiben, sondern den Blick auf das Eigene, in unserem Falle Weißsein, zurückzulenken.

    Die Darstellungen auf den Plakaten sind Produkte der Kultur der Weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft, der wir als AutorInnen selbst angehören: Wir definieren die Anderen. Um die Problematik der Bilder zu begreifen, muss man unserer Ansicht nach die Grundsteine dieser Gesellschaft betrachten.

    Als Grundsteine betrachten wir in Anlehnung an die Kritische Weißseinsforschung eine Geschichte, die neben Aufklärung und Demokratie auch auf Herrenmenschentum, Sklaverei, Kolonialismus und Rassismus aufbaut.

    Anknüpfend an beide Theorien sehen wir Rassismus als ein Mainstream-Phänomen der Weißen deutschen Gesellschaft an, von dem gewalttätiger Rechtsextremismus nur die Spitze des Eisberges ist. Aus diesem Grunde setzten wir uns mit etablierten Weißen deutschen Organisationen auseinander, die ein Quasi-Monopol auf die Darstellung Schwarzer Menschen im öffentlichen Raum haben.


    Project

    A hungry child is digging in the mud. A Black women is grinning at us. Billboard advertisements of charities like „Brot für die Welt“, „Care International“, „Welthungerhilfe“, etc. are omnipresent in German public sphere.

    The project deals with these posters and analyses strategies and impacts of donation ads in development cooperation. The advisement agencies of the NGOs use historical tied stereotypes
    and reproduce colonial racism therewith. Following the applied stereotypes about Black people and discuss the White image of the Self that lies behind the posters.

    The aim is to explore and make the Postcolonial Theory and Critical Whiteness discussions eassier accessible for the masses.

    More Information: www.whitecharity.de

    Blog

    23.10.2008, Max Patzig, 0 Comments
    --no English events yet--


    Help

    When you like what we do, then please show your support and join the project here. Therewith more people will discover this project and the idea behind. If you want to join the project and help hands-on in whatever way, then please write directly to Carolin (philipp_carolin@gmx.de) or Timo (t_kiesel@yahoo.de).

    Blog

    23.10.2008, Max Patzig, 0 Comments
    Embedded in the general discourse of Self and Other, xenophobia and racism, the discussion about billboard advertisements should clarify how the discourse of White charity organisations can be the vehicle of discriminating and restricting stereotypes. Following the question of what and who is not shown on the posters, we are investigating the topic of the White self-image of charity organisations. We will discuss their influence on the public perceptions of colonial and current power relations.

    Consumers of advertisement in train stations or on the street can tell us what effect the posters have on them and which connotations they are bearing. Interviews with experts on the other hand offer the possibility to understand the complex history of colonialism and racism inherent in the posters.



    23.10.2008, Max Patzig, 1 Comments
    Advertisements continue to capture public sphere in Germany.

    While commercial ads mainly portray fashionable dressed White people, positioned in a „civilised“ environment, charity posters mostly depict Black people in rural, impoverished circumstances. Through constant presence and repetition, these black-and-white representations become an unquestioned reality for the observers.

    The representations of Black and White people are not invented by NGOs, rather, they are products of a history of stereotypisation and have to be regarded in the light of this history. Still, the NGO are carrying responsibility for the reproduction of stereotypes.

    Encouraged by scholars of Postcolonial Theory and Critical Whiteness Studies, we are analysing images are constructed.

    Postcolonial Theory is deconstructing social power structures and analyses cracks and consistencies of colonial paradigms. The classification of countries in „developed“ and „underdeveloped“, for example, derives from a dominant scheme of modernisation, in which the norm of White, western countries is treated as universally valid.

    Postcolonial Theory focuses on power structures which otherwise remain invisible and helps being aware of colonial consistensies behind concepts. While terms are replaced, concepts and images are often only modified: the term „civilise“ for example is replaced by the term „develop“. In the term „underdeveloped“, notions of inability, passiveness, poverty, nativeness and chaos go along, similar to the notions of the term „uncivilised“.

    This tool enables us to view posters of charities in a social framework and to elaborate connotations.

    Critical Whiteness Studies convinced us to not stop with the analysis of representations of the Other, but to redirect our gaze back to the Self, in our case whiteness.

    The representations on the posters are products of the White German society, to which both of us writers belong to: We are defining the Others. In order to understand the set of problems which goes along these images, one has to take the foundation of our society into consideration.

    Following writers of the Critical Whiteness Studies, we consider European history not only as the history of enlightenment and democracy, but also of master race thinking, slavery, colonialism and racism as foundations of our history.

    Following both theories, we consider racism as a mainstream phenomenon of the White German society, in which right-wing extremism is only the tip of the iceberg. For this reason, we are dealing with established White German organisations, which basically have a monopoly on the depiction of Black people in public sphere.



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